Todesfälle durch Beschneidung

Die Beschneidung kann auf verschiedene Weise indirekt zum Tod führen, mit dem Ergebnis, dass wenn der Junge nicht beschnitten worden wäre, er nicht gestorben wäre. Im Folgenden sollen nun einige bekannt gewordene beschneidungsbedingte Todesfälle beschrieben werden, die verursacht wurden durch:

Übersicht

Nicht selten wird der indirekten Todesursache die gesamte Schuld für den Tod zugeschrieben, während die eigentliche Ursache, die Beschneidung, von jeder Schuld freigesprochen wird. Beispielsweise wenn ein Baby durch Meningitis stirbt, die es sich durch seine Beschneidungswunde zugezogen hat wird der Tod womöglich der Meningitis zugeschrieben, während die Tatsache ignoriert wird, dass das Baby gar nicht an Meningitis erkrankt wäre, wenn es nicht beschnitten worden wäre. So kann die Beschneidung weiterhin als „sicher“ angeprießen werden, und Kinder und Babys sterben weiter.

Die genaue Rate der Todesfälle infolge von „medizinischen“ Beschneidungen ist unbekannt. Aus einem Paper von Gairdner kann eine Todesrate von einem Todesfall pro 5600 Beschneidungen entnommen werden, aber diese Werte stammen aus dem England der 1940er und die Rate sollte heutzutage niedriger sein. Grimes (1978) gab einen Wert von zwei Todesfällen pro eine Millionen Beschneidungen an, wobei er sich auf einen Wert aus& einem Artikel aus dem Jahr 1953 berief. Die Todesrate ist zweifelos höher als 1 Todesfall aus 1,2 Millionen, da durchschnittlich mehr als 1 in den Medien dokumentierter Todesfall in den USA auftritt –Das Problem ist, dass Todesfälle, die indirekt durch die Beschneidung verursacht werden, wie der Tod von Dustin Evans Jr, nicht der Beschneidung zugeschrieben werden.

THYMOS: Journal of Boyhood Studies, Vol. 4, No. 1, Spring 2010, 78-90 

VERLORENE JUNGEN: EINE SCHÄTZUNG DER BESCHNEIDUNGS-BEDINGTEN SÄUGLINGSSTERBEFÄLLE IN DEN USA [LOST BOYS: AN ESTIMATE OF U.S. CIRCUMCISION-RELATED INFANT DEATHS]

- Dan Bollinger

Auszug: Männliche Babys können infolge einer Vorhautentfernung sterben, was sie auch tun. Beschneidungsbedingte Sterblichkeitsraten sind nicht mit Sicherheit bekannt; Diese Studie soll das Ausmaß dieses Problem abschätzen. Diese Studie stellt fest, dass ungefähr 117 durch Neugeborenenbeschneidungen verursachte Todesfälle (9.01/100 000) jährlich in den USA auftreten, was ungefähr 1, 3 % der männlichen Säuglingssterbefälle aufgrund aller Ursachen ausmacht. Da die Säuglingsbeschneidung ein elektiver Eingriff ist, sind alle diese Todesfälle vermeidbar. Diese Studie identifiziert ferner Gründe, warum genaue Daten über diese Todesfälle nicht verfügbar sind, einige der Hindernisse zur Prävention dieser Todesfälle sowie einige, Lösungsvorschläge um diese Todesfälle zu überwinden.

 

Jedes Jahr stirbt eine beträchtliche Anzahl Jugendlicher in Afrika an Infektionen und sonstigen Komplikationen infolge ihrer Beschneidungen. Allein in der Eastern-Cape Provinz in Südafrika starben zwischen 2001 und 2005 durchschnittlich 39 Jugendliche pro Jahr an den Folgen ihrer Beschneidung. (80 im Jahr 2009

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Tod durch Blutverlusst


Ryleigh Roman Bryan McWillis, starb im August 2002 an den Folgen seiner Beschneidung

2002 starb in British Columbia, Canada, der ein Monate alte Säugling Ryleigh McWillis an den Folgen seiner Beschneidung.

Ryleigh McWillis wurde im August 2002 im Penticton Regional Hospital in British Columbia beschnitten, und unmittelbar nach seiner Beschneidung vom Krankenhaus nach Hause geschickt. Am nächsten Morgen um fünf Uhr war die Windel des Babys voller Blut und sie brachten ihn schnell ins Krankenhaus. Trotz Transfusionen mit Blut, Kochsalzlösung und Antibiotika war der Kleine schlaff und blass und wurde immer schwächer. Seine Ein-Weg-Windeln hatten die geringe Menge an Blut von seiner Beschneidungswunde absorbiert, die ausreicht, um einen Säugling dieses Alters in einen hypovolämischen Schock zu versetzen. Er starb an Organ- und Herzversagen.

Zum vollständigen Autopsie-Bericht.

Demetrius Manker - Tod durch Blutverlust

Im Juni 1993 verblutete in Miami, Florida, der sechs Monate alte Demetrius Manker nach seiner Beschneidung. Er wurde von einem Kinderarzt in seiner Praxis beschnitten. Zu Hause sah die Mutter, dass er aus der Beschneidungswunde blutete und rief den Arzt mehrmals an. Dieser wies sie an den Bereich des Penis mit Vaseline einzureiben, um die Blutung zu stoppen. Demetrius Tante wurde durch die andauernde Blutung so alarmiert, dass sie einen Krankenwagen rief. Als er im Krankenhaus ankam, war Demetrius bereits tot.

Miami Herald
26 Juni, 1993

Baby Verblutet Nach Beschneidung

Der Miami Herald berichtet über den Tod eines 6 Monate alten Babys aus Carol City, Demetrius Manker. Manker verblutete, nachdem er beschnitten worden war.

„Ich kann nicht beschreiben, wie mich das seelisch mitnimmt“, erklärte die Mutter des Kindes, Louise Manker. „Das ist etwas, über das ich niemals hinwegkommen werde. Das war mein letztes Kind.“ Ein in Miami ansässiger Kinderarzt beschnitt den 25 Pfund schweren Dementrius Manker in seiner Praxis. Als seine Mutter ihn nach Hause nahm, sah sie, dass er aus der Einschnittstelle blutete.

Manker rief daraufhin den Arzt mehrere Mal an, erklärte ihr Anwalt, Patrick Cordero.

„Eine der Anweisungen lautete, dass sie die Salbe entlang des Penis auftragen sollte, um die Blutung zu stoppen, erklärte Cordero, „sie befolgte die Anweisungen vollständig.“

Louise Manker war durch seine fortwährende Blutung so beunruhigt, dass sie einen Rettungsdienst rief, so Cordero. Im Krankenhaus wurde das Kind für tot erklärt.

Eine Autopsie zeigte, dass seine Leber und seine anderen Organe durch den Blutverlusts ganz blass geworden waren, erklärte der Oberste Gerichtsmediziner des Dade Conuty Dr. Charles Wetli.

Eine Autopsie ergab eine scheinbar normale Beschneidung. erklärte Wetli

Der Arzt, der die Operation durchführte, Robert D. Young, erklärte, dass die Beschneidung gut verlaufen wäre. „Ich hätte ihn nicht nach Hause gehen lassen, wenn ich anderer Meinung gewesen wäre. Gerichtsmediziner werden die einwandfreie Durchführung der Operation bestätigen.“


THE DADE COUNTRY MEDICAL EXAMINER DEPARTMENT, Miami, Florida
  Name....MANKER,.Demetrius.....June.23,1993....11:00am.........Case No. 93-1711

ÄUßERE UNTERSUCHUNG :

Der Körper entspricht dem eines 25-1/2 Zoll großen, 15 Pfund schweren, sehr blass erscheinenden Schwarzen Jungen, was mit den angegeben Alter von 6 Monaten übereinzustimmen scheint.. ... Keine Anomalien sind festzustellen.

Zu Beginn der Untersuchung bedeckte eine große Menge geronnenes Blut die Eichel des Penis. Deren Entfernung offenbarte eine Beschneidungswunde, die an der dorsalen Seite des Penis unaufällig erscheint. Auf der ventralen Seite jedoch ist eine klaffende Wunde mit einer ungefähren Größe von 12 x 14 Millimetern und einer große Menge an paravasierten Blut in den subkutanen Geweben ersichtlich, die sich entlang des Schaftes fast bis zum Hodensack erstreckt.

 

TODESURSACHE

Exsanguination

VERURSACHT DURCH

Penile Zirckumzision

 

 

 



[unterzeichnet]
Charles V. Wetli, M.D.
Deputy Chief Medical Examiner [Stellvertretender Chefgerichtsmediziner]

 

Christopher Dolezal

Am 10. November 1982 verblutete in Des Moines, Ohio, der drei Monate alte Christopher Dolezal nach einer medizinisch nicht-notwendigen Beschneidung. 

Anfang der 1980er Jahre wurden in den USA noch beinahe 90% aller neugeborenen Jungen routinemäßig beschnitten. Diese routinemäßigen Säuglingsbeschneidungen finden meist innerhalb der ersten Woche nach der Geburt statt. Da Christopher als Frühgeborenes zu Welt kam, und Frühchen selbst zur damaligen Zeit in der Regel vom zusätzlichen Stress einer Beschneidung verschont wurden, wurde er nicht , wie sonst üblich, wenige Tage nach der Geburt beschnitten. 3 Monate später sollte die Beschneidung nachgeholt werden. 

Nach seiner Beschneidung blutete der Junge stark, doch seine Eltern suchten erst am 9. November 1982 medizinische Behandlung auf. Da war es bereits zu spät, um Christopher zu retten. Die Familie gab später an, der beschneidende Arzt hätte ihnen erklärt, dass der Eingriff mit postoperativen Blutungen von der Dauer von 45 Stunden verbunden wäre

Bei einer späteren Gerichtsmedizinischen Untersuchung wurden Befunde gemacht, die auf eine schwere körperliche Misshandlung Christophers hindeuteten. Es wurde festgestellt, dass Christopher mehrere Knochenbrüche – vier gebrochene Rippen und einen gebrochenen Arm– erlitten hatte.

Celian Noumbiwe

Im Februar 2007 verbutete in Reading, England der neun Wochen alte Celian Noumbiwe nach der Beschneidung. Celian Noumbiwe wurde von den Ärzten Dr. Raj Sharma und Dr. Ali Asghar operiert. Vor der Operation hielten es die Ärzte nicht für nötig, mit Celians Eltern zu sprechen, sondern überließen diese Aufgabe einer Krankenschwester. Nach der Operation untersuchten sie den Jungen auch nicht mehr, da es keine Komplikationen gegeben habe. Laut einem Informationsblatt, dass Celians Eltern mitgegeben wurde, sollte die Windel des Kindes nach der Operation mindestens vier Stunden lang nicht gewechselt werden. Als Celians Eltern schließlich nach dem angegeben Zeitraum seine Windel entfernten, entdeckten sie, dass der Junge stark geblutet hatte. Daraufhin versuchten Celians Eltern mehrfach die ihnen von der Klinik mitgegebene Notrufnummer anzurufen, aber der Anschluss war abgeschaltet. Da sich Celian trotz der Blutung normal zu verhalten schien, entschlossen sich die Eltern, bis zum nächsten Morgen zu warten bevor sie ihren Hausarzt anrufen wollen. Am nächsten Morgen hatte sich Celians Zustand extrem verschlechtert. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo er kurze Zeit später starb.

Angelo Ofori-Mintah

Am 17. Februar 2012 starb in Großbritannien der wenige Wochen alte Angelo Ofori-Mintah infolge seiner Beschneidung. Die Beschneidung erfolgte aus kulturellen Gründen wurde von einem erfahrenen Mohel und Chirurgen durchgeführt. Nicht einmal zwei Tage nach seiner Beschneidung war Angelo tot. Er verlor etwa zwei Drittel seiner gesamten Blutmenge und erlitt einen Herzstillstand, der durch eine akute Blutung nach der Beschneidung verursacht worden war. Angelo wurde nur 28 Tage alt.

Eigentlich war die Beschneidung nach Plan verlaufen. Rabbi Mordehai Cohen hatte den Eingriff durchgeführt und Angelos Mutter Anweisungen zur Pflege der Wunde gegeben. Als Angelos Mutter einige Stunden nach dem Eingriff bemerkte, dass die Beschneidungswunde zu bluten begann, entfernte sie nach neun Stunden den Verband, den sie laut Rabbi „auf jeden Fall“ 24 Stunden auf der Wunde belassen sollte. Am nächsten Morgen stellte Angelos Mutter fest, dass ihr Kind ganz kalt und blass war. Angelo wurde umgehend ins Krankenhaus eingeliefert, doch jede Hilfe kam zu spät.

Im Juni 2012 wurde der angeklagte Mohel Mordehai Cohen vom Westminster Coronor’s Court mit der Begründung freigesprochen, dass der Tod des kleinen Angelo ein tragischer Unfall gewesen sei.

Brent & Kilburn Times (London) 
22 Juni 2012

Untersuchung ergibt, das 28 Tage altes Kleinkind drei Viertel seiner gesamten Blutmenge verlor.

Ein Monate alter Säugling aus Queen’s Park (London) verblutete zwei Tage nachdem er beschnitten worden war, ergab eine gerichtliche Untersuchung. Angelo Ofori-Mintah’s Operation verlief nach Plan, aber weniger Stunden später begann die Einschnittstelle zu Bluten.

Dem Untersuchungsgericht von Westminster erfuhr, dass die Blutung letztlich aufhörte und seine Mutter Maame Abrafi …, annahm, dass alles mit ihm ok sei.

Am darauffolgenden Tag aber wurde er kalt und blass, und wurde mit gefährlich niedrigen Sauerstoffwerten ins Krankenhaus gebracht. Er erlitt einen Herzstillstand, und verstarb in den frühen Stunden des 17. Februars.

Untersuchungen ergaben, dass er ungefähr drei Viertel seiner gesamten Blutmenge verloren hatte und aufgrund einer akuten Blutung, infolge der Beschneidung, verstarb. Der gerichtlichen Untersuchung teilte Mrs Abrafi mit, dass sie deutliche Nachsorge-Anweisungen von Rabbi Mordehai Cohen erhalten hatte, der den Eingriff durchführte.

Der lizenzierte Arzt gab ihr einen gedruckten Ratgeber mit, der seine Kontaktadresse für den Fall eines Notfalls enthielt. Er erklärte auch, dass sie den Verband „auf alle Fälle 24 Stunden“ lang dran lassen sollte. Aber, als sie begriff, dass ihr 28 Tage alter Sohn blutete, entfernte ihn Mrs Abrafi nach 9 Stunden.

Sie war nicht in der Lage den Rabbi anzurufen, da sie nicht genug Telefonguthaben hatte, und schickte deshalb einem Freundin eine Textnachricht, der den Rabbi für sie benachrichtigte. 

Die Freundin erklärte, dass der Rabbi vorschlug Vaseline anzuwenden, aber da sie das Baby nicht selbst gesehen hatte, verließ sie sich auf Frau Abrafis Beschreibung.



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Geschwächt durch Herzerkrankung

Joshua Haskins - von einer Herzerkrankung geschwächt

Jill und Shane Haskins' Baby Joshua wurde am 16. August 2010 mit einem schwerwiegenden Herzfehler (Hypoplastisches Linksherz-Syndrom HLHS) geboren. Er wurde im Alter von 3 Tagen einer Herzoperation unterzogen, und  am 5. Oktober 2010 beschnitten. Er starb am 6. Oktober 2010.

Kurz nach der Beschneidung, als Joshua noch gegen postoperative Blutungen ankämpfte, schrieb Joshuas Mutter in ihrem Blog: "I Almost Killed My Son" – "Ich habe meinen Sohn beinahe getötet". 

Die Ärzte insistierten, dass seine Beschneidung nichts mit seinem Tod zu tun gehabt hätte. Doch das ist eine Aussage, die – allein aus (medizin-)rechtlichen Gründen– erwartet werden muss. Was sich mit Sicherheit sagen lässt, ist, dass die Beschneidung des Jungen in seinem Zustand keine verantwortungsvolle Maßnahme war. Der Umstand, dass die Ärzte den Jungen in seinem geschwächten Zustands bereitwillig der Beschneidung unterzogen, ist ein Beispiel für ein zwangshafte Bestreben zu beschneiden.

Tod durch Anästhestie-Komplikationen

Dustin Evans Jr. - Tod durch Anästhetikum

Im Oktober 1998 wurde Dustin Evans Jr. wurde in Cleveland, Ohio, geboren. Er wurde von einem gewissen Dr. Russel kurz nach seiner Geburt routinemäßig beschnitten. Der Arzt entfernte soviel Schafthaut, dass die Wunde nicht richtig verheilte und die Harnröhre blockiert wurde. Als ihm bei einer Operation, um seine Beschneidung zu korrigieren, Sevoflurane, ein Betäubungsmittel verabreicht wurde, erlitt er einen Herzstillstand. Eine durch die Ärzte sofort eingeleitete Reanimation gelang nicht.

Dustin blieb noch einen Tag lang an lebenserhaltende Maßnahmen angeschlossen. Dann wurde festgestellt, dass sein Herz zwar gesund, sein Gehirn jedoch schwer geschädigt war. Daraufhin wurden die lebenserhaltenden Maßnahmen beendet.

Dustins Vater erklärte: „Du denkst, ‚Was kann bei einer Beschneidung schon schiefgehen?‘. Und ehe du dich versiehst, ist er tot.“

Tod durch Anästhesie in Schweden

Im August 1999 wurde ein dreijähriger Junge in Stockholm von einem Arzt beschnitten. Einige Stunden nach der medizinisch nicht-indizierten Operation war er tot. Im Februar 2001 meldete die schwedische Zeitung Aftonbladet, der Arzt sei wegen fahrlässiger Tötung angezeigt worden: Er habe dem Jungen eine fünffache Dosis des Betäubungsmittels Ketogan verabreicht. Zu Hause sei der Dreijährige träge gewesen und habe Probleme mit dem Atmen gehabt. Auf dem Weg ins Krankenhaus starb er. Der Operateur war ein Arzt und hatte Erfahrung in der Durchführung von Beschneidungen. Er selbst meinte, die Dosis sei nicht zu stark gewesen. Dieser Fall hatte zur Folge, dass die Beschneidung von Jungen in Schweden gesetzlich reglementiert wurde. Die Regelung hätte allerdings diesen Todesfall auch nicht verhindert, wäre sie 1999 schon in Kraft gewesen.

Beschnittener Dreijähriger starb durch die Betäubung

Ein Arzt wurde heute wegen fahrlässiger Tötung angeklagt.
Ein dreijähriger Junge starb, während der Arzt eine Beschneidung an ihm durchführte.
Es wird angenommen, dass der Junge an einer fünffach zu hohen Dosis des Betäubungsmittel Ketogan starb, berichtet Radio Stockholm.

Ein dreijähriger Junge in Stockholm war im August 1999 in der Arztpraxis um beschnitten zu werden. Ein paar Stunden danach war der Junge tot.

- Ich habe heute Anklage gegen einen Arzt wegen fahrlässiger Tötung erhoben, weil ich der Ansicht bin, dass die Untersuchung  zeigt, dass der Arzt dem kleinen Jungen zu viel Narkosemittel  gegeben hat, erklärte Oberstaatsanwältin Eva Regner geebüber Radio Stockholm

Fünffach zu hohe Dosis

Der Wirkstoff war eine fünffach zu hohe Dosis des Betäubungsmittels Ketogan. Ein paar Stunden nach  dem Eingriff war der Junge lethargisch und bekam Schwierigkeiten beim Atmen  und später an diesem Tag starb er auf dem Weg ins Krankenhaus. Der zugelassenen Arzte hatte die Befugnis Beschneidungen durchzuführen und hatte zuvor mehrer dieser Eingriffe durchgeführt. Jetzt  ist der Arzt durch Obberstaatsanwältin Eva Regner wegen fahrlässiger Tötung angeklagt.

„Der Grund war Fahrlässigkeit“

- Ich bin der Ansicht, dass die Ermittlung ergab, dass dies durch Fahrlässigkeit passierte. Das heißt, er hat hinsichtlich der Stärke dieses Betäubungsmittel einen Fehler gemacht, erklärte Eva Regner gegenüber Radio Stockholm.

Im Dezember letzten Jahres machte die Sozialministerin Ingela Thalén den Vorschlag, dass Personen, die Beschneidungen durchführen, entweder Ärzte sein oder eine spezielle Ausbildung und Lizenz haben müssten. Solche Lizenzen können beispielsweise an jüdische Rabbis und muslimische Imame vergeben werden.

Dem Vorschlag zufolge müssen auch beide Elternteile ihr Einverständnis erteilen und der Junge Jungen, wenn er alt genug ist um zu verstehen, worum es geht, muss auch seineEinverständnis erteilen.

„Medizindosis war nicht zu groß“

Laut Radio Stockholm hat der Arzt Einwände erhoben gegen die Untersuchung, die bezüglich des Todes des Jungen angestrengt wurde, wie auch gegen die Schlussfolgerungen, die daraus gezogen wurden. Er glaubt nicht, dass die Dosis zu hoch war.

Das Stockholmer Bezirksgericht wird sich voraussichtlich im Frühjahr mit dem Fall befassen.

- Annika Sohlander TT


  • Annika Sohlander. Omskuren treåring dog av bedövning. Aftonbladet, Stockholm, Sweden, Friday, 9 February 2001.

Jamaal Colesom Tod durch Ästhesthie

Am 11. Mai 2011 starb der knapp zweijährige Jamaal Coleson Jr., nach seiner Beschneidung im Beth Israel Medical Center in Manhattan.

Kurz nachdem Jammal aus der Narkose erwacht war, verschlechterte sich der Zustand des Jungen dramatisch, er klagte über Magenschmerzen und verlor schließlich das Bewusstein. Dabei war Jamal, wie der Onkel des Kindes berichtete, zunächst noch in guter Verfassung, als er aus Narkose erwachte. „Er lachte und rief nach seiner Mutter und dann fiel er in einen kritischen Zustand.”

Der kleine Jamaal kam nie wieder zu Bewusstsein. Zehn Stunden nach dem Eingriff war das Kind tot.

Der Fall wurde gerichtsmedizinisch untersucht, das Ergebnis der Untersuchung ist bislang jedoch nicht bekannt. Zu vermuten ist, dass Jamaal an den Folgen der Vollnarkose starb. Dies war auch die Einschätzung der Klinikärzte unmittelbar nach Jamaals Tod, was die verzweifelten Eltern des Jungen zusätzlich erschütterte, da sie nach einer lokalen Betäubung verlangt hatten.

Allerdings war die Entscheidung der Ärzte, die Beschneidung unter Allgemeinanaesthesie durchzuführen durchaus richtig, da eine lokale Betäubung bestenfalls nur eine teilweise Linderung der operationsbedingten Schmerzen bewirken kann, und eine Operation bei Bewusstsein für Jungen in Jamaals Alter eine große psychische Belastung darstellt.

Für einen medizinisch notwendigen Eingriff ist das mit der Betäubung assoziierte Komplikationsrisiko hinnehmbar. Anders sieht es aus, wenn der Eingriff keine medizinische Notwendigkeit besitzt: Hier wäre der Verzicht auf den Eingriff die einzig vernünftige Entscheidung im Sinne des Kindeswohls.

New York Post
5 Mai, 2011 

Tragische Beschneidung

von Cythia R. Fagen

Die trauernde Familie des tragisch ums Leben gekommenen Kleinkindes aus Queens, gehen hart mit den Ärzten am Beth Israel Hospital in Manhattan ins Gericht –sie werfen ihnen vor eine einfache Beschneidung verpfuscht zu haben, die zum plötzlichen Tod des Kindes führte.

Jamaal Coleson Jr. starb am Dienstag, ungefähr 10 Stunden nach einem Eingriff, der eigentlich eine Routineoperation sein sollte –so sein Onkel Jabbar Coleson, 23.

Coleson erklärte, dass das Krankenhaus seinem Neffen eine lokale Betäubung hätte geben sollen, ihm stattdessen aber einer Vollnarkose verabreichte.

Der Junge, der nächsten Monat zwei geworden wäre, „wachte auf, lachte, verlangte nach seiner Mutter und dann ging es ihm schlecht“

„Ich will wissen, was passiert ist“, erklärte Coleson.

„Er war so goldig und lebhaft und so glücklich, ein so glückliches Kind. Und ich bin sehr erschüttert, und bin froh, dass ich einige hundert Milen entfernt lebe. Ich habe Zeit mich zu beruhigen und meine Gebete zu sprechen“, erklärte Coleson, der in Atalanta lebt.

Er erklärte, dass der Jung nie wieder zu Bewusstsein kam und um 20:38 Uhr des gleichen Tages für Tod erklärt wurde.

Jetzt will die Familie wissen, was auf solch fürchterliche Weise schief lief.

Das Krankenhaus erklärte in einer Stellungnahme, „Wir sprechen der Familie des betroffenen jungen Patieten unser aufrichtiges Mitgefühl aus. Dies ist ein verheerendes Ereignis für diese Familie wie auch für das Personal des Beth Israel, die versuchten sein Leben zu retten“, so eine Stellungnahme des Krankenhauses. „Wir haben unmittelbar das Amt des Gerichtsmediziners benachrichtigt, und darum gebeten, diesen Fall zur weiteren Untersuchung zu akzeptieren, was sie auch getan haben.“

Ellen Borakove, eine Sprecherin des Amts des Gerichtsmediziners, bestätigte das gestern eine Autopsie durchgeführt wurde, um die Todesursache zu bestimmen.

„Wir sind auch gerade dabei diesen Fall als einen unerwarterten Todesfall an das New York State Gesundheitsministerium weiterzuleiten“, heißt es weiter in der Stellungnahme des Krankenhauses.

„Wir werden unsere eigene interne Untersuchung dieses Falles durchführen, unsere Befunde an das Gesundheitsministerium weiterleiten und uneingeschränkt mit dem Gesundheitsministerium bei jedweden weiteren Untersuchungen, die sie durchführen, zusammenarbeiten.“

Die Mutter des Jungen, Taleah Echezerriam, war zu bestürzt, um sich zu äußern.

Sie und der Vater des Jungen, Colesons Bruder, wollten nächstes Jahr heiraten.
„Wir verstehen nicht, was passiert ist. Nun ist meine Mutter [Die Großmutter des Jungen] unterwegs um seinen Anzug für die Beerdigung zu kaufen


  • Cynthia R. Fagen. Tot's Shock Hosp Death–Tragic Circumcision. New York Post, New York, USA, 5 May 2011.

Chinonso Onyenekwu

Chinonso Onyenekwu starb nach seiner Beschneidung in der Lister Poly Clinic in Johannesburg im Januar 2009.

Sajjad Hossain Mimu

Im September 2010 starb in Bangladesh der Sechsjährige Sjjad Hossein Mimu durch ein Betäubungsmittel, das ihm im Rahmen seiner Beschneidung verabreicht wurde. Sajjad Hossain Mimu sollte von einem Dorfarzt beschnitten werden. Dieser verabreichte ihm vor der Operation drei Injektionen des Lokalanästhetikums Lidocain. Das Kind verlor bereits das Bewusststein, ehe die eigentliche Operation durchgeführt werden konnte. Der Vater brachte seinen Sohn in ein Krankenhaus, wo der Junge für tot erklärt wurde. 

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Tod durch Infektionen (Septikämie)

Contemporary OB/GYN® Archive 
Februarr 1997

MALPRACTICE

von Richard Ballad

Septikämie infolge Zirkumzision

Ein Kind wurde ohne Zwischenfall in einem Krankenhaus in West-Virgina geboren, und vor der Entlassung beschnitten. Zwei Tage später wurde der Junge in eine Klinik gebracht, wo ein Arzt eine Nachuntersuchung durchführte. Vier Tage danach wurde das Kind in die Notaufnahme eines Krankenhaus gebracht, nachdem es Fieber bekam und unter Krampfanfällen gelitten hatte. Der Notaufnahme-Arzt, rief den Arzt an, der die Zirkumzision durchgeführte hatte, und entschied, das Kind nicht aufzunehmen. Am darauffolgenden Morgen erschien die Mutter wieder mit dem Kind in der Notaufnahme, wo er mehr Krampfanfälle erlitt und eine grünliche Färbung seines Penis festgestellt wurden. Am Nachmittag des gleichen Tages wurde er an ein Krankenhaus überwiesen, wo er 4 Stunden später starb.

Als Todesursache wurde eine Sepktikämie festgestellt, die sich aus einer Infektion infolge der Zirkumzision entwickelte. Beide Ärzte wurden wegen dem fahrlässigen Versäumnis, das Kind beim ersten Besuch in der Notaufnahme ins Krankenhaus aufgenommen zu haben, verklagt. Nach 6 Monaten wurde ein Vergleich in Höhe von 150,000$ erzielt.

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Tod durch Schmerzmittel

The Independent
9 Juli 1994

Tod durch Schmerzmittelüberdosis

Ein Familienarzt, der einen 9 Jahre alten Jungen tötete, indem er ihm während einer Beschneidungsoperation eine massive Überdosis an Schmerzmitteln gab, wurde gestern zu einer einjährigen Gefägnisstrafe auf Bewährung verurteilt. Dr. Mahbubul Alam, 59, aus Handsworth Wood, Birmingham, gestand die Tötung von Raju Miah im July 1991 aus Smethwick, der nach einer Veranreichung von Diamorphin (Heroin) sechs Tage später im Krankenhaus starb.

Staasanwalt Timothy Barnes, für die Anklage, erklärte gegenüber dem Stafford Crown Court [Gerichtshof] dass der Jungen von seinem Großvater zur Operation gebracht worden war. Dr. Alam, der vier Beschneidungen an diesem Tag durchgeführt hatte, verabreichte 10mg diamorphine, –„vier bis sechsfache der angemessenen Dosis.“

Mr. Barnes erklärte: „Raju bekam 10mg Diamorphin, was das Gehirn sediert und auch dazu neigt die Atmung zu unterdrücken. Nach der Operation war der Junge immer noch bewusstlos, und als er zurück nach Hause gefahren wurde,versuchte Dr Alam ihn zu wecken, indem er ihm Wasser ins Gesicht spritze und leicht sein Gesicht schlug.“ Er berichtete [weiter], dass kurz nachdem der Arzt gegangen war, der Zustand des Jungen sich verschlechtert habe und er von einem Krankenwagen und Krankenhaus transportiert wurde. Sechs Tage später, wurde er für hirntod erklärt und die Lebenserhaltung abgestellt.;

Mr. Barnes erklärte, dass eine Vergiftung durch Betäubungsmittel die Todesursache gewesen sei. „Die Wahl des Medikaments war vollkommen unagemessen und bei einem Jungen seines Altern in extremen Maße fahrlässig“ erklärte er. Richter Buckley erklärte: „Ich hoffe nur, dass Rajus Familie es in ihrem Innersten begreifen kann, dass eine Gefängnisstrafe für Dr. Alam keinem öffentlichen Interesse dienen und der Erinnerung an Raju keinen Dienst erweisen würde.“

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Tod infolge von Harleiterblockierungen durch Beschneidungsring

Paediatr Child Health Vol 12 No 4 April 2007


Coroner's Corner


Beschneidung: Ein kleiner Eingriff?

Paediatric Death Review Committee: Amt des Obersten Gerichtsmediziners von Ontario;

Ein männlicher Säugling kam in der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt... wog 3.9 kg mit Apgar Werten von sieben bei einer Minute und neun bei fünf Minuten. Prenatal wurde eine milde, bilaterale Dilation der Nierenbecken und der Ureter festgestellt. Eine urologische Konsultation in der 36. Schwangerschaftswoche deutete auf eine mögliche normale Variante...

Das Baby wurde mit der Flasche gefüttert und entwickelte sich, wie berichtet wurde, gut, als er mittels eines PlastiBell-Rings (Hollister, USA) um 10:00 Uhr am 7. Lebenstag beschnitten wurde. (Abbildung 1).

orrectly positioned PlastiBell ring
Abbildung 1. (Anklicken zum Vergrößern )

Eine Lokalanästhetikum wurde nicht angewendet. Ein leichtes Nässen wurde, während des Eingriffs bemerkt, war aber bei der Entlassung kein Problem mehr.

Fünf Stunden später, erschienen die Eltern erneut mit dem Baby bei ihrem Familienarzt, und berichteten, dass er sehr reizbar sei und eine blaue Verfärbung unterhalb des Nabels hatte, wen er schrieh. Der Arzt bestätigte diese Beobachtung und bemerkte, dass der Penis leicht geschwollen war. Er hatte mehrmals sehr flüssigen Stuhl, sodass nicht nicht mit Sicherheit ermittelt werden konnte, ob er seine Blase entleert hatte. ... Das Baby wurde anschließend nach Hause entlassen.

Der Säugling wurde 14 Stunden nach der Operation in ein anderes Krankenhaus gebracht. Er war nun sehr reizbar, und hatte eine ausgeprägte Schwellung des Penis und eine ausgeprägte Schwellung und Cyanose [blaue Färbung] des Skrotums und des Perineums [Damm, Gewebsberreich zwischen Skrotum und After]. Er hatte ächzte während des Atmens und war im Bereich unterhalb des Nabels cyanotisch ... Er wurde an ein Krankenhaus der Maximalversorgung überwiesen, wo festgestellt wurde, dass Blase bis zum Level des Nabels ausgedehnt war, der Plastibell-Ring wurde 16 Stunden nach der Zirkumzision entfernt und ein Katheder wurde gelegt. Die Blase wurde geleert und bläuliche Färbung unterhalb des Nabels verschwand. Das Urinvolumen wurde nicht aufgezeichnet. Im Laufe der nächsten Stunden, verfiel der Säugling in einen septischen Schock, bekam Purpura fulminans [fleckige Hauteinblutungen], und erlitt schließlich ein Multiorganversagen und eine
disseminierte intravasale Koagulopathie [lebensbedrohlicher Zustand der stark erhöhten Blutgerinnung] ... Er stab sieben Tage nach seiner Zirkumzision an einer hypoxisch-ischömischen Enzephalopathie [Schädigung des Gehirns infolge von Sauerstoffmangel]. ...

Komplikationen von Meatusobstruktionen [Blockierungen der Harnröhrenöffnung der Eichel] in Zusammenhang mit der PlastiBell-Technik wurden zuvor bereits in der Literatur beschrieben. (1,2). Nekrotizierende Fasciitis als Komplikation der Zirkumzision ist selten, und alle dokumentierte Fälle scheinen mit der PlastiBellTechnik assoziiert gewesen zu sein (2,3): Der Befund einer Cyanose unterhalb des Nabels nach der Zirkumzision als Folge einer durch eine verrutschten PlastiBell-Ring verursache Meatusobstruktion, die zu einer Blasenausdehnung und Obstruktion des venößem Rückfluss führte, wurde vor kurzem beschrieben (2,4).

Die Mitglieder des Paediatric Death Review Committee [Untersuchungskomitees für pädiatrischer Tofedesfälle] des Amtes des Obersten Gerichtsmediziners von Ontario haben Kenntnnise über Komplikationen aus ihren eigenen Institutionen, einschließlich zwei Kinder mit Nekrose der Eichel, zwei Säuglinge, die eine Bluttransfusionen bedurften, ein Säugling mit einem begrabenen Penis infolge seiner Zirkumzision, zahlreiche Fälle von PlastiBell-Ringen, die sich nicht ablösten, ein Kind mit einem verrutschten PlatiBell-Ring, der ein Tourniquet [Abschnürung des Penis] verursachte, und ein Säugling mit einer Meatusobstruktion verursacht durch einen fehlerhaft platzierten PlastiBell-Ring (Abbildungen 2A und 2B).

Slipped PlastiBell ring causing a) tourniquet, b) meatal obstruction
Abbildung 2. (Anklicken zum Vergrößern)

Keine dieser Komplikationen wurde in der medizinischen Literatur dokumentiert und sie sind deshalb in keinem retrospektiven Review-Artikel der Literatur enthalten. Es ist besorgniserregend, dass keiner der anfänglich drei Ärzten, die diesen Säugling zu Gesicht bekamen, einschließlich der Arzt, der den Eingriff durchgeführte, dieses Problem als eine Meatusobstruktion identifizierte obwohl sie alle über eine möglichen Zusammenhang mit der kürzlichen Zirkumzision besorgt waren.

Bei diesem Säugling gab es keine Beschreibung der Glans durch den Arzt, der den PlastiBell Ring entfernte. Wenn die Vorhaut zu straff angezogen wird, kann beträchtliche Spannung bestehen, die den Ring gegen die Glans zieht, und so den Harnleiter zusammenpresst und das Wasserlassen schwierig oder unmöglich macht. Dies ist der Mechanismus, der im Fallbericht von Ly and Sankaran (I) beschrieben wird. Wir legen den Mechanismus, der in Abbildung 2B dargestellt wird, nahe, angesichts des schnellen Beginns der Symptome, die auf eine vollständige Obstruktion hindeutet. Diese könnte klinisch differenziert werden. In Abbildung 2 A wäre der Meatus sichtbar in der Mitte des Rings und ein Katheter könnte nur schwer oder überhaupt nicht angelegt werden. In Abbildung 2B wäre der Meatus nicht sichtbar. Die Behandlung beider Komplikationen bestünde in der sofortigen Entfernung des PlastiBell-Rings. Vielleicht wäre eine prospektive Beobachtungsstudie der Komplikationen der Zirkumzision durch die Canadian Paediatric Society [Kandadische Gesellschaft für Pädiatrie] notwendig. Solch eine Studie würde genauere Informationen bezüglich der ethischen Erfordernisse für die informierte Einwilligung liefern.


  • Paediatric Death Review Committee: Office of the Chief Coroner or Ontario. Circumcision: A minor procedure? Paediatr Child Health. 2007;12:311–2.

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Todesfälle infolge Beschneidungen – regelmäßiges Ereignis in Südafrika

In Südafrika wird die Beschneidung von einigen Stammesgruppen, einschließlich der Xhosa praktziert. Bei den Xhosa, der größten Volksgruppe in Südafrika, die die Beschneidung praktiziert, werden die Beschneidungen als Iniationsritual an Jungen im Jugendalter durchgeführt: Die Beschneidungen finden alljährlich während zwei Beschneidungssaisons jeweils zwischen November und Dezember bzw. Juli und Juni statt, die jedes Jahr von zahlreichen Todesfällen und Fällen schwerwiegender Komplikationen begleitet werden.

Beschneidungsbedingte Morbidität und Mortalität in der Ostkap-Provinz
EinweisungenVerstümmlungenTodesfälle
2001Juni1242024
2001Dezember2001112
2002Juni2911433
2002Dezember1561917
2003Juni2272221
2003Dezember84720
2004Juni118314
2004Dezember260213
2005Juni 288923
Gesamtanzahl 1784107177 
Jährlicher Durchschnitt3882439

Quelle: Department of Health, Ostkap-Provinz

Seit 2005 ist die Zahl der Todesfälle beträchtlich angestiegen. Im Jahr 2012 starben in der Ostkap-Provinz allein während ersten Beschneidungsaison im Juni/Juli 44 Jungen (mindestens) an den Folgen ritueller Beschneidung (1).

  1. E Cape gets cash boost to curb initiation deaths. SABC News. December 22, 2012.

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