Nicht nur ein Schnitt sondern bis zu 100 Quadratzentimeter

Graphiken ©1995 Dillonwood Productions (entnommen aus der Dokumentation Whose Body, Whose Rights?)

Viele Menschen verleugnen oft die Folgen der Kinderbeschneidung, indem sie sie als einen „kleinen Schnitt“ bezeichnen. Jedoch ist bei einem Säugling oder einem Kind die Entfernung eines jeden Körperteils grundsätzlich immer ein kleiner Schnitt.

Was viele Menschen nicht verstehen, ist, dass die Vorhaut bis zum Erwachsenenalter zu einr große Hautfläche heranwächst. Forschungsarbeiten, die 1996 von Dr. John Taylor veröffentlicht wurden, beweisen, dass die Vorhaut dicht von Nerven durchsetzt und äußerst erogen ist.

Die Illustration zur Linken, stellt einen intakten (nichtbeschnittenen) Penis dar. Die Spitze der Glans (Eichel) ist durch die Vorhautöffnung sichtbar. Der Hauptteil der Glans aber wird von ihrer schützenden (aber zurückziehbaren) Vorhaut bedeckt.

Indem wir die Menge an Penishaut errechnen, die durch eine Erwachsenenbeschneidung entfernt wird, können wir uns den möglichen Verlust an erogenem Gewebe durch Kinderbeschneidung besser vor Augen halten.

Die ventrale Sicht (Unterseite) des Penis verdeutlicht wie die Vorhaut vom Penis weggeschnitten wird.

Oben: Beim durchschnittlichen erwachsenen Mann, beträgt die Länge der Vorhaut von ihrem unteren Ende (gekennzeichnet durch die kreisrunde Linie) bis zu ihrer Spitze um die 4 cm, während ihr Umfang ungefähr 13 cm beträgt.

Unten: Die Falte der Vorhaut besteht aus zwei Schichten: einer äußeren Schicht aus Epidermalgewebe (wie die Haut, die den restlichen Körper bedeckt) und einer inneren Schicht aus Schleimhautgewebe (wie in der Vagina, dem Mund und dem inneren Augenlid. Jede Schicht ist ungefähr 4 cm lang. Wenn man sie flach ausbreiten würde, hätte die durchschnittliche Vorhaut eines Erwachsenen eine Fläche von ungefähr 3 Zoll auf 5 Zoll (8cm x 13 cm), oder um die 15 Quadratzoll (104cm²). Forschungsarbeiten, die 1998 von Werker et al. veröffentlicht wurden, bestätigten, dass zwei Vorhäute von Erwachsenen eine Oberfläche von jeweils 60cm² bzw. 90cm² hatten.

Oben: Dr. Taylors Forschungsarbeit zeigt, dass infolge der Beschneidung im Säuglings- oder Kindesalter, dem durchschnittlichen beschnittenen Mann 50% oder mehr von seiner Penishaut fehlen.

Die Beschneidung zerstört auch Nerven und Nervenendigungen, die sexuelle Lustempfindungen während sexueller Aktivität sexuelle Reize an das Gehirn übermitteln. 

Der Neuroanatom Dr. Ashley Montagu erklärt, dass die Fläche von normaler Haut in der Größe eines Quarters (25-US-Cent-Münze) mehr als 12 Fuß (3.66m) an Nerven und über 50 Nervenendingungen entält.* Die Illustration rechts zeigt, dass mindestens 25-US-Cent Münzen auf die Fläche der durchschnittlichen Vorhaut eines erwachsenen passen. 

Die Säuglingsbeschneidung entfernt rund 240 Fuß (72.2) m an Nerven und über 100 Nervenendigungen. Da Dr. Taylors Forschungsarbeiten zeigten, dass die Vorhaut eine weit höhere Nervendichte hat als normale Haut, verliert ein beschnittener Mann tatsächlich ein vielfaches mehr als 1000 Nervenenden.

* Montagu A., Matson F. The Human Connection. NY: McGraw Hill 1979

Oben: Eine durchschnittliche Vorhaut eines Erwachsenen umfasst eine Gewebefläche, die so groß ist, dass leicht ganze 15 25-US-Cent-Stücke darauf ausgebreitet werden könnten.