BEHINDERT und BLIND durch BESCHNEIDUNG

Der Fall Jacob Sweet

Die Anwaltskanzlei Johnson Flora bringt den 13 Jahre dauernden Rechtsstreit der Familie eines hirngeschädigten Jungen aus Alaska zum Ausgleich.

Von Ärzten und Anwälten in Alaska verraten, findet die besagte Familie Sweet Gerechtigkeit durch einen in Seattle ansässigen und auf medizinische Missbrauchsfälle spezialisierten Anwalt.

SEATTLE, 8. März  (1999, Anm. d. Red.)/ PRNewswire/ --Die Kanzlei Johnson Flora gab heute folgendes bekannt:

Als Jacob Sweet im Januar 1986 am "Providence Hospital" in Anchorage (Alaska, USA) geboren wurde, war für seine Eltern, Beverly und Gary ein Traum wahr geworden. Aber ihr Traum wurde schnell zum Albtraum, als die Eltern schon 9 Tage später ihren Sohn erneut ins Krankenhaus brachten, um ihn wegen einer Folgeinfektion nach einer (aufgenötigten!, Anm. d. Red.) Beschneidung behandeln zu lassen. Doch das besagte Krankenhaus gab ihnen ein schwer hirngeschädigtes, blindes Kind zurück. Dieser Albtraum dauerte 13 Jahre und drehte sich um "verschüttete" ärztliche Unterlagen und einen Anwalt aus Alaska, der behauptete, ein erfahrener Anwalt für medizinische Kunstfehlerfälle zu sein, aber keinen einzigen Fall eines Behandlungsfehlers je verhandelt hatte. Das ist die heute veröffentlichte Geschichte hinter einer aufreibenden rechtlichen Schlichtung eines Falls von Behandlungsfehlern zwischen einer Familie aus Bothell, Washington und einer Anwaltskanzlei aus Alaska, die die Missbrauchsklage der Familie Sweet vertreten sollte, gegen das Providence-Krankenhaus von Anchorage und den Kinderarzt, zu dem der kleine Jacob wegen der Infektion in Behandlung gegeben wurde.

Diese Schlichtung bedeutete das Ende eines 13-jährigen Rechtsstreites der Sweets, die gezwungen waren an zwei Fronten vor Gericht für ihren Sohn zu kämpfen: Zum Einen forderten sie Gerechtigkeit vom Krankenhaus und dem Arzt, der mutmaßlich Jacobs Verletzungen zu verantworten und anschließend die ärztlichen Unterlagen angeblich "verloren" hatte, welche entscheidend für die Dokumentation der Verkettung von Jacobs Fehlbehandlungsfolgen waren. Zum Anderen waren sie nach der Aufdeckung des Vertrauensmissbrauchs ihres Anwaltes aus Alaska, Alan Sherry, erneut gezwungen den Rechtsweg zu beschreiten um Gerechtigkeit für Jacob zu bekommen.

Der in Seattle ansässige Anwalt Mark Johnson vertrat die Sweets in diesem Kunstfehlerprozess und argumentierte, dass der erste Anwalt der Sweets sich fälschlich als erfahrener Anwalt für medizinische Behandlungsfehler ausgab und dadurch daran scheiterte, die Fehlbehandlungsklage der Sweets sachgerecht zu vertreten. Die Sweets hatten sich anfangs vertrauensvoll an Sherry gewandt, um das "Providence Hospital of Anchorage" auf Schadensersatz wegen fahrlässiger Pflege während Jakobs Krankenhausaufenthaltes zu verklagen.

Die Höhe der der Familie Sweet nun zuerkannten Schadensersatz-Summe muss als Teil des Schlichtungsabkommens allerdings vertraulich bleiben. 

"Das war und ist eine Tragödie auf Schritt und Tritt für diese Familie", erklärte Johnson. "Zuerst zerstörte das Gesundheitssystem ihr Kind. In der Folge, als die Sweets am dringendsten einen engagierten, erfahrenen und kompetenten Anwalt gebraucht hätten, täuschte sie ein Advokat ohne Kunstfehlererfahrung und scheiterte naturgemäß daran, den Fall ordnungsgemäß zu vertreten. Das hat die Familie die Gelegenheit gekostet, Schadensersatz vom Krankenhaus und dem Kinderarzt zu erlangen",  fügte er hinzu.

Was Jacob durchmachen musste

Die Tragödie der Sweets begann, wie oben erwähnt, am 25. Januar 1986 in Anchorage, Alaska, als die Eltern ihren 9 Tage alten Sohn zurück zum Providence-Hospital brachten, nachdem er beunruhigende Anzeichen einer durch eine Beschneidung verursachten Infektion aufwies. Jacob wurde damals in die Kinderstation aufgenommen und zeigte 24 Stunden lang Krampfanfälle. Der Kinderarzt, Dr. Daniel Tulip, war jedoch die meiste Zeit abwesend und außerdem unfähig, Jakob an einen Neonatologen zu überweisen, ehe Jacob eine Hirnschädigung erlitten hatte, die ihn körperlich zu Grunde richtete, ihn geistig behindert werden ließ und für den Rest seines Lebens vollkommen abhängig machte.

[Bei der Verhandlung fungierte Dr. Thomas Wiswell als Experten-Zeuge für die Angeklagte und vertrat die Ansicht, dass Jakobs Gehirnschaden nicht Folge seiner Beschneidung sein könne, sondern möglicherweise durch einen unbekannten Virus verursacht worden wäre. Anm. d. Red.]

[Dr. Wiswell ist allerdings kein unbeschriebenes Blatt: Er betätigt sich als einer der führenden und gleichzeitig radikalsten amerikanischen Beschneidungspropagandisten, sowie als Erfinder eines weltweit verbreiteten Harntraktinfektions-Mythos. Gewisse Bekanntheit erlangte er in unseren Breiten durch tendenziöse Studien und deren unkritisch zitierte Resultate. Wiswell zeichnet als Autor verantwortlich für die berühmt-berüchtigte "Wiswell"- Harntrakinfektionsstudie, welche die Behauptung zu stützen versucht, eine Beschneidung würde die Anfälligkeit für diese seltene (Mädchen dreimal so oft betreffende) Krankheit reduzieren. Wiswell ist der Verantwortliche für die methodisch fragwürdige Studie und damit den Mythos einer "Zwölffachen Reduktion" des ohnehin geringen Harntraktinfektionsrisikos. Dieses Gerücht hat es sogar bis in deutsche Werke der medizinischen Fachliteratur geschafft, wo es bezüglich Zirkumzision und Phimose zitiert wird.]

Doppeltes Unrecht

Die Katastrophe für die Familie Sweet verschlimmerte sich wie beschrieben, als die Anwaltskanzlei aus Alaska, die sie anfangs mit der Verhandlung ihrer Kunstfehlerklage betraut hatte, Jacobs Fall so unprofessionell bearbeitete.  Das erste Anwaltsteam der Sweets versagte dabei, die Beweismaterialien ordnungsgemäß zu präsentieren, obwohl Kronzeugen bereit standen um auszusagen, dass die Unterlagen absichtlich vernichtet wurden. Die Sweets verloren die Klage und damit alle Hoffnung, jemals Schadensersatz vom schuldigen Krankenhaus zu erhalten. Diese wäre nötig gewesen um wenigstens den lebenslangen Pflegebedarf für Jacob finanziell abzudecken.

Geplagt von Schulden und sich weiter auftürmenden medizinischen Rechnungen beauftragten die Sweets Mark Johnson, sie in einer gerichtlichen Klage auf Verfahrensfehler zu vertreten, aufgrund seiner doppelten Erfahrung mit Fällen von Rechts-, sowie Behandlungsfehlern.

"Für mich sind die Sweets heroische Menschen", erklärte Johnson. "Um ein schreckliches Unrecht zu bekämpfen, sowie um Genugtuung für die katastrophale Schädigung ihres Sohnes zu erlangen, stellten sie sich zwei der mächtigsten Institutionen der Gesellschaft: dem Gesundheitssystem und dem Rechtssystem. Sie kämpften 13 Jahre lang, bis sie obsiegten."

Rechtsfehlerklagen sind besonders schwer nachzuweisen, weil der Kläger nicht nur die Schuld des verteidigenden Anwalts, stümperhaft gehandelt zu haben, beweisen muss, sondern darüber hinaus, dass der Klient die Klage sogar gewonnen hätte, wenn der Anwalt seinem Auftrag gemäß gehandelt hätte, so die "International Association of Defense Counsel".

"Das bringt einen gewissen Seelenfrieden in unser Leben zurück, obwohl wir immer noch überzeugt sind, dass Jacobs Arzt und das Krankenhaus niemals die Wahrheit sagten," erklärte Beverly Sweet, "Wenigstens können wir jetzt für Jakobs medizinische Pflege aufkommen."

Mark Johnson ist Mitinhaber von Johnson Flora, einer auf Rechts- und Behandlungsfehler spezialisierten Kanzlei in Seattle. Johnson hat beträchtliche Erfahrung darin, Kinder und deren Familien zu vertreten, die in Folge von vermeidbaren perinatalen (=während der Geburt) oder neonatalen (=unmittelbar nach der Geburt) Verletzungen geschädigt wurden. Die Kanzei ist im Buch "The Best Lawyers In America" (dt. svw. die besten Anwälte Amerikas) aufgrund ihrer erfolgreichen Arbeit im Kampf gegen Behandlungs- und gerichtliche Verfahrensfehler gelistet.

KONTAKT: Rhenda Meiser of Firmani & Associates, 206-443-9357 oder 206-443-7546, for Johnson Flora, USA.

QUELLE: Kanzlei Johnson Flora