"Ihr Sohn hat BXO und muss deshalb beschnitten werden"

Manche Ärzte vermengen Phimose mit einer extrem seltenen Hautkrankheit, welche Balanitis Xerotica Obliterans (BXO) genannt wird, aber auch als Lichen Sclerosus et Atrophicus (LSA) bezeichnet wird. BXO kann überall auf der Haut auftreten, aber wenn diese Krankheit die Vorhaut befällt, kann sie die Vorhautöffnung hart, weiß und sklerotisch (narbig) werden lassen, und damit das Zurückschieben beinahe unmöglich machen. BXO ist für gewöhnlich schmerzfrei, unbehandelt kann BXO allerdings langsam voranschreiten. Ganz im Gegenteil dazu verschwindet BXO manchmal aber auch ganz von selbst. Für einen erfahrenen Hautarzt ist BXO unverkennbar, dennoch muss eine solche Diagnose erst mittels einer Biopsie bestätigt werden. Die gute Nachricht ist, dass BXO fast immer erfolgreich mit Steroidsalben, Kohlendioxid-Laserbehandlung oder sogar auch mit Antibiotika behandelt werden kann. Eine Beschneidung sollte nur dann in Betracht gezogen werden, wenn jede andere Behandlung versagt hat. So, wie beim Auftreten von BXO an den Schamlippen von Frauen oder an der Eichel von Jungen, diese Körperteile nicht amputiert werden, ist es nur folgerichtig, dass man daher auch die Vorhaut intakter Jungen wegen BXO nicht vorschnell amputieren sollte.