Zwangsweise Phimosekontrolle abgeschafft bzw. ausgesetzt
Diese Internetseite handelt von der Ungleichheit. Von der Ungleichheit zwischen Mann und Frau. Bekanntlich ist Genitalverstümmelung, begangen an Frauen, natürlich ein Verbrechen. Das entnehmen wir fast täglich im Gleichklang allen Medien. Bei Männern dagegen, man höre und staune, sei die sechsmal häufigere Genitaloperation aber überhaupt kein Problem. Nein, auch mit den modernsten diagnostischen Methoden heutiger Medizin könne man beim besten Willen keinen Unterschied in der sexuellen Empfindung ausmachen, egal, ob der sensitivste Körperteil des Mannes von schützender Haut umgeben ist oder gehäutet und damit abgestumpft. Vielmehr sei bei einer Vorhautentfernung sogar das Naturgesetz aufgehoben, dass jedes Ding zwei Seiten hat: eine Beschneidung habe, wenn überhaupt, dann ausschließlich Vorteile. Und wenn es nur für die Frauenwelt wäre.
Dieselbe Ungleichheit gab es auch bei der zwangsweisen Untersuchung von Männern, genannt „Musterung“. War das einst eine Sache von Männern unter sich, so hatte sich infolge der sogenannten „Gleichberechtigung“ durchgesetzt, dass sukzessive mehr Frauen angestellt wurden, die die Zwangsuntersuchungen durchführten. (Die KWEAs, Kreiswehrersatzämter, führten in Deutschland die Musterungen durch.) Mittlerweile sind mehr als die Hälfte der Ärzte Frauen, auch das sonstige medizinische Personal besteht fast ausschließlich aus Frauen. Im Regelfall hatte sich der junge, schüchterne Musterungskandidat unter Strafandrohung splitternackt vor mindestens zwei Frauen zu präsentieren. Die Schreiberin, vor deren Augen der junge Mann eingehend untersucht wurde, war im Übrigen oft kaum älter als er selbst.
Aufmerksame Zeitgenossen fragen sich natürlich, ob umgekehrt entsprechend (freiwillig sich zur Bundeswehr meldende) Mädchen, unter Kommandotonfall bis in die Intimregionen von lauter Männern untersucht werden. Trotz Schlagwörtern wie „Gleichbehandlung“ geht man hier wie selbstverständlich ganz andere Wege: Zwar werden Mädchen in den Kasernen untersucht, wo der Großteil des medizinischen Hilfspersonals noch Männer sind. Diese sind aber bei der Untersuchung von Frauen von vornherein ausgeschlossen. Eine Genitaluntersuchung findet überhaupt nicht statt, sondern darf bei einem frei gewählten Arzt des Vertrauens durchgeführt werden. Schon das Auftreten in Unterwäsche vor männlichem medizinischem Hilfspersonal sei Frauen nicht zumutbar. (Den Jungmännern dagegen wird weisgemacht, Frauen mit medizinischer Ausbildung wären „geschlechtsneutral“.) Die selbst mit vollendet respektierter Intimsphäre in Kasernen untersuchten Frauen erhalten sogar bereits nach dem Ende der Grundausbildung die Lizenz, ganze Kompanien gleichaltriger, zwangsvorgeführter nackter Männer zu inspizieren.
Bereits im Wartezimmer mussten in vielen KWEAs die jungen Männer gleichsam als Menschen dritter Klasse in Unterhosen herumsitzen, sich in diesem entwürdigenden Zustand durch die hauptsächlich von weiblichem, höher gestelltem Personal bevölkerten Gänge von Untersuchungsraum zu Untersuchungsraum bewegen und schließlich nach zermürbender Wartezeit ihre Genitalien und alle übrigen Intimzonen präsentieren. Alles über diese ungeheuerlichen Vorgänge in all ihren Facetten ist im Buch „Musterung“ von Lars G. Petersen, - penibel recherchiert mit lauter Erlebnisberichten Betroffener - nachzulesen. Da der Aufforderung, zur Musterung zu erscheinen, auch die Drohung, bei Nichterscheinen polizeilich vorgeführt zu werden, angeschlossen war, ließen sich die kaum erwachsenen Männer entsprechend einschüchtern und alle befohlenen „Untersuchungen“ über sich ergehen.
Phimose hat zwar keine Bedeutung bezüglich der Tauglichkeit, trotzdem wurde von vielen untersuchenden Herren oder Damen besonderer Wert auf diese Untersuchung gelegt. Viele junge Männer vermeinten zwar auf Grund ihrer geringen Lebenserfahrung, ein richtiger Mann müsse da einfach durch und die Sache „männlich“ ertragen,… Viele fühlten sich dennoch entwürdigt und gedemütigt, möchten sie doch für derart intime Darbietungen und Befingerungen lieber selbst Ort, Zeit und den untersuchenden Arzt aussuchen.
Doch, was ist das? Eine gewisse „deutsche Gesellschaft für(?) Mann und Gesundheit“ weint nun Krokodilstränen, dass dieser zwangsweise „Gesundheits-Check“ endlich abgeschafft wurde. In welcher Welt leben diese Gesellschafter und wessen Anliegen vertreten diese tatsächlich? Bekanntlich war die Musterung keine Gesundenuntersuchung, sondern eine Tauglichkeitsüberprüfung und -einstufung für den Militärdienst. Folglich wurden die Untersuchungsergebnisse dem Musterungskandidaten in der Regel auch nicht mitgeteilt, es ging ja lediglich darum, ob ein dem Militär- oder Zivildienst hinderliches Gebrechen vorlag oder nicht. Während der Leibesvisitation wurde über den Kopf des Hoffnungsträgers hinweg einfach der Schreiberin eine Nummer zugerufen, die diese dann in den Musterungsbogen eintrug und damit fertig. Der Musterungskandidat selbst bekam ausschließlich Anweisungen im Befehlston zu hören. Wurde ein Jungmann zu weiterer Abklärung zum Facharzt geschickt, sandte dieser schließlich seinen Untersuchungsbericht wiederum dem KWEA und nicht dem Betroffenen.
Zwar konnten diejenigen, bei denen man glaubte, eine Phimose entdeckt zu haben, nicht gleich an das nächste Krankenhaus zur Beschneidung überwiesen werden, zumindest wurde diesen jedoch eine dringende Empfehlung zu sofortiger Vorhautamputation mit auf den Weg gegeben.
Jegliche Beschwerden über die Behandlungsweise durften erst 24 Stunden(!) später eingebracht werden, was für das Opfer (neben der zu überwindenden Scham, über die durchgemachten Demütigungen zu sprechen) auch noch eine abermalige Anreise an den Ort des Übergriffs bedeutete!
Anfragen seitens mit dieser Musterungspraxis nicht einverstandener Staatsbürger an die zuständigen Bundestagsabgeordneten wurden notorisch mit der Behauptung abgespeist, Ärztin und zuschauende Gehilfin wären „geschlechtsneutral“. Auf den offenkundigen Widerspruch zur Untersuchung von Frauen ausschließlich durch Frauen wurde in ignoranter Weise nie eingegangen. „Geschlechtsneutral“ können offensichtlich nur Frauen sein. Einmal hieß es gar, die zuschauende Gehilfin sei aus forensischen Gründen nötig, da es bereits öfter Beschwerden über untersuchende Ärztinnen gegeben habe. Also, bei diesen die Würde verletzenden Demütigungen bis hin zu sexuellen Übergriffen wiegen dann vor Gericht zwei Lügen mehr als die eine Wahrheit des Opfers.